Wenn Helfer/-innen Hilfe brauchen

In einem Beruf zu arbeiten, um anderen Menschen zu helfen, ist in vielerlei Hinsicht sehr anspruchsvoll.
Eine körperliche Fitness ist gefragt, um

  • Schichtdienste, Bereitschaftsdienste und Nachtdienste bewältigen zu können
  • die Menschen bei der Mobilisation und bei der Pflege unterstützen zu können
  • im Notfall schnell vor Ort sein zu können
  • stundenlange Operationen durchhalten zu können
  • zügig anfallende Arbeiten wie Betten schieben, Betten beziehen, Transferarbeiten erledigen zu können

Psychische Stärke ist gefragt, um

  • trösten zu können – Mitgefühl haben zu können ohne mitleiden zu müssen
  • im Notfall besonnen reagieren zu können
  • auch im Stress Ruhe ausstrahlen zu können
  • flexibel und der Situation entsprechend reagieren zu können
  • auch schwere und unheilbare Krankheiten kommunizieren zu können und den Patienten auffangen zu können nach Verkündung der Diagnose

Empathie, Feingefühl, Achtsamkeit sind gefragt, um

  • das Befinden des Patienten zu erkennen, auch wenn er nicht darüber spricht
  • Vertrauen aufbauen zu können

Dies und vieles mehr müssen Helferinnen und Helfer mitbringen, um einen guten Job zu machen.

Durch den ständigen Personalmangel, die daraus resultierenden Überstunden, durch Zeitdruck, durch Schichtwechsel, Sonn- und Feiertagsdienste kann es schnell zur Überlastung kommen.

Kennst du die Zeichen der Überlastung?
Hast du sie selbst schon wahrgenommen?

Wann ist es Zeit zu handeln?

…wenn dein Körper und dein Kopf nach einer Auszeit schreien!

Du merkst es an:

  • häufigen Kopfschmerzen – „Mir platzt der Kopf vor zu vielen Aufgaben!“
  • Rückenschmerzen, Kniebeschwerden – „Ich kann (und will) die Last nicht mehr tragen!“
  • Bluthochdruck – „Der Druck ist mir zu hoch, die Anforderungen zu groß.“
  • Schlafstörungen – „Der Stress raubt mir den Schlaf.“
  • Häufige Erkältungskrankheiten – „Ich brauche eine Auszeit“
  • Magenbeschwerden – „Ich bin sauer!“

Das sind nur einige Beispiele. Wenn du diese Signale überhörst, wird dein Körper eine deutlichere Sprache mit dir sprechen:
Es kommt zu:

  • Motivationslosigkeit – Das morgendliche Aufstehen fällt schwer. Du fühlst dich schon am Morgen schlecht gelaunt. Du vernachlässigst deine Hobbys und Freizeitaktivitäten.
    Der Kontakt zu deinen Freunden und deiner Familie verschlechtert sich.
  • Vernachlässigung deiner Bedürfnisse – Du gönnst dir kaum noch Ruhepausen und Entspannung.
  • Konzentrationsstörungen – Du vergisst schneller mal etwas. Das macht dich unsicher und setzt dich noch mehr unter Druck.
  • Chronischen oder schweren Krankheiten wie Herz- Kreislauf- Erkrankungen, Depressionen, chronische Schlafstörungen, Arthrose,…

Burn out ist nicht selten die Folge von ständiger Überlastung.
Es kommt schleichend. Die Vorzeichen werden meist übersehen oder schön geredet oder entschuldigt, da man ja keine andere Möglichkeit hat, als weiter zu machen.

Burn out fragt nicht danach. Es ist plötzlich da ohne Rücksicht, ob jetzt grad der richtige Zeitpunkt ist, ohne Aufschub, ohne Ausrede.
So weit muss es nicht kommen! Sorge für dich! Sei es dir wert! Es ist dein Leben!

Wie hoch ist dein Leidensdruck?
Gehst du noch gern zur Arbeit?
Wartest du voller Sehnsucht auf den nächsten freien Tag?
Arbeitest du nur noch, weil du nicht weißt, wie du sonst deinen Lebensunterhalt verdienen kannst?
Schaust du während der Arbeit öfter auf die Uhr und denkst:“Hoffentlich geht die Zeit schnell um!“?
Hast du das Gefühl, dass das Leben irgendwie ohne dich stattfindet?
Bist du zu müde, um nach dem Dienst noch was Schönes zu unternehmen?
Leidet deine Partnerschaft unter deinem Beruf?

Wenn du nicht den Anfang machst, wenn du nichts änderst, wird alles so bleiben wie es ist.
Fühlt sich das gut und richtig an für dich?

Auch Helfer/innen brauchen manchmal Hilfe! Es ist ok, sich helfen zu lassen. Sei es dir wert.

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